Home
 
 
 
 
Home
Search - Suche
Sitemap
Newsfeeds
Newsletter
Weather
Zitig Polls
Podcast
Links
Recommend
Suggestions for authors
Authors
Imprint
Contact - Kontakt
Zitig Login
Bookmark Page

Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit         Die unbekannte Macht der Staatsfonds         Global Voices on Regional Integration         Chile´s Integration Strategy: Is There Room for Improvement?         Neues vom Chamäleon Krieg         The Schizophrenic Superpower         ALBA contra ALCA. Die Bolivarianische Alternative für die Amerikas. Ein neuer Ansatz regionaler Integration für die Amerikas         Zwangsheirat oder Scheidung: Zu Logiken und Realitäten im israelisch-palästinensischen Verhältnis         Krise und Identitätswandel - japanische Sicherheitspolitik seit Beginn der neunziger Jahre         Afghanistan         Escaping the Legitimacy-Accountability-Trap? Perspectives of Parliamentary Participation in European Security and Defence Policy         Die Koordination der deutschen Europapolitik         Civilian crisis management: the EU Way         Die letzte Grenze: Die paschtunischen Stammesgebiete zwischen Taliban und NATO         Die russische Politik gegenüber Ukraine und Weißrussland         Regionalentwicklung durch Agrarkolonisation? Erfahrungen aus Bolivien         Globalization, Regional Integration and the EU -- Pleadings for a Broader Perspective         EU stakes in Central Asia         G8-Simulation         Brasilien nach den Wahlen 2006         Prekäre Staatlichkeit: Strukturprobleme im Nordkaukasus         Facing China's rise: Guidelines for an EU strategy         Deutschlands EU-Präsidentschaft 2007: Integrationspolitische Akzente in schwierigen Zeiten         Demokratie oder Straße? Fragile Stabilität in Ungarn         China als Akteur der Weltpolitik         The new German European Policy - Challenges to Decentralized EU Policy Coordination         Fondements et objectifs de la présidence allemande du Conseil de l'Union Européenne         EU-Kleinstaaten: Motoren der Integration?         Zwischen Partnerschaft und Widerspruch -- Die deutsch-amerikanischen Beziehungen seit dem 11. September 2001         Die Rolle des Internationalen Strafgerichtshofs         

Grünes Licht vom Kanzler PDF Drucken E-Mail
Glosse von Haimo L. Handl zu einer österreichischen Besonderheit.

Sonntag, 24.2.08. Die ORF-Pressestunde beginnt.  Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer antwortet auf die erste Frage, dass er seinen Abgeordneten grünes Licht gegeben habe für einen Untersuchungsausschuss.

Diese Antwort lässt sofort erwarten, wie das Gespräch weiter gehen wird. Ich unterbreche und schreibe nicht zu den noch nicht gehörten aber erwartbaren Antworten, sondern zur gegebenen Antwort.

Interessant, diese Bemerkung, wird doch damit auch gesagt und gezeigt, wie unabhängig die Nationalratsabgeordneten in Wirklichkeit sind, wenn es denn eines Kommandos oder einer Weisung bedarf, und sei es nur eines "grünen Lichtes". Die ÖVP verfährt, wie andere auch, mit "ihren" Abgeordneten in gleicher Weise.

Ja, die ÖVP argumentiert gegenüber dem Koalitionspartner, dass ein Bruch des Koalitionsabkommens erfolge, sollten Abgeordnete im Parlament anders stimmen, als die Partner, also die Parteien, vereinbart haben.

Niemand findet das sonderlich eigen oder befremdlich. Jeder nimmt es als normal, dass die Parteien bestimmen, wie die Parlamentarier agieren und abstimmen. Weshalb wir trotzdem ein teures Parlament halten, ist unerfindlich. Wahrscheinlich wegen der Form und als Fassade. Die direkte Umsetzung der Parteiführungsbeschlüsse käme billiger, wenn man nur die Parteienvertretungen über die Faktionen in Form der sogenannten Klubobleute arbeiten lässt, die, wie Aktienvertreter, die jeweilige Mehrheit "geschlossen" vertreten. Man brauchte kein Hohes Haus, es genügte ein Büro. Aber in modernen Internetzeiten und komplexer Vernetzung braucht es nicht einmal das. Es genügt die Verlautbarung über elektronische Medien, die von anderen Medien dankbar aufgenommen und weiterverbreitet wird.

Was in einem Parlament, das ein wirkliches und freies ist, regulär ist, scheint bei uns ein Affront. Ein Untersuchungsausschuss, eines der ganz wichtigen Kontrollinstrumente für Parlamentarier, wird von Parteienvertretern als Tribunal denunziert. Das Parlament wird auch heute noch abgewertet, das kann auch die klischierte Hochpreisung der Bedeutung des Hohen Hauses nicht verdecken. Im Kern gibt es in Österreich kein freies Parlament, sondern Abgeordnete, die, wie in der Duma, berechenbar sind. Die Bindung geht soweit, dass es nicht einmal offener Weisungen bedarf. Es genügt eine Lichtvorgabe. Oder ein Wunsch. Es ist ärger als beim Kaiser. Weil so getan wird, als hätten wir ein freies Parlament.

Was wir brauchen, sind nicht nur neue Wahlen, sondern eine neue Geschäftsordnung für den Nationalrat und ein neues Verständnis für parlamentarische Arbeit. Ein Parlament, das ein wirkliches einer demokratischen Republik ist.

Comments
RSS
Only registered users can write comments!

3.20 Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 
< zurück   weiter >