|

Haimo L. Handl zur Pressemitteilung "Ältere Köpfe auf dem Prüfstand -
welchen Einfluss hat Training auf das geistige Altern?" des Instituts
für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund.
Ein "überraschendes" Resultat ist bemerkenswert, weil es im Pressebericht nur erwähnt, nicht aber interpretiert bzw. gewertet wird: "Die älteren Linienarbeiter machten die meisten Fehler in Aufgaben, die den Einsatz von Arbeitsgedächtnis und Daueraufmerksamkeit erfordern. Dies spiegeln auch Unterschiede zwischen älteren Linienarbeitern und älteren Instandhaltern in Hirnstromwellen wider, die mit Arbeitsgedächtnisfunktionen und mit Überwachung und Kontrolle des Verhaltens in Verbindung stehen."
Das erinnert an neue Strafmassnahmen des inhumaner werdenden Staates: Straftäter werden in Haft gesetzt. Je nach Delinquient und Haftdauer wird dann von einem Psychiater oder Psychologen daraufhin untersucht bzw. diagnostiziert, dass die (lange) Haft einen derartig negativen (Umwelt)Einfluss bewirkt hat, dass der Gefangene nach Verbüssen seiner Strafe doch nicht freizusetzen ist, sondern in Verwahrung überführt werden muss, weil er ein Risiko für die Gesellschaft darstelle. Die verhängte Strafe führt also zu einer Beschädigung, zu einer Deformation, die dann dazu führt, dass die Person "verwahrt" wird. So können lebenslange "Versorgungen" erreicht werden, wie sie nach dem Strafrecht sonst nicht möglich wären.
Arbeiter, die im "Liniendienst" stehen, eintönige Fliessbandarbeit verrichten, altern früher, das heisst, verlieren an Leistungskraft ihres "Arberitsgedächtnisses" und ihres Konzentrationsvermögen. Die penible Überwachung und Kontrolle hält die "messbare Tatsache" fest und führt unter Umständen zu frühzeitiger Entlassung, weil sie ja nicht so fit sind, wie die Jungen. Ausser, irgendwer zahlt das besprochene teure Trainingsprogramm für geistige Fitness! Wer? Die bankrotten Krankenkassen? Die Unternehmen, die jetzt schon die Lohnnebenkosten als zu hoch empfinden?
Die Alten (Senioren) ab 65 sind für gewöhnlich in Rente bzw. Pension, also nicht mehr aktiv im Arbeitsprozess. Sie sind nicht Arbeitende. Das Institutsziel ist aber, wie gross in der Homepage angeführt "zum Nutzen und Wohl des arbeitenden Menschen". Heisst das nicht im Umkehrschluss, dass die Alten als Senioren (offensichtlich denotiert "Alte" alte, aber noch arbeitende Menschen, während "Senioren" für Rentner verwendet wird) nur soweit bedacht werden, wie sie positiv noch einen Nutzen bringen? Was ist mit denen, die nicht sich fit halten können wie die Jungen?
Weshalb die unkritische Grundhaltung, auch im Alter möge man juvenil bleiben? Weshalb der Terror mit der jugendlichen Hochleistung? - Weil das Kapital nur am Nutzen interessiert ist und der Wert eines Menschen von der Arbeit, vom Nutzen, abhängt? Arbeit macht frei! Ruhestand als Sterbevorbereitung oder gar Sterbensbeginn? Fit in den Tod. Sei sozial, mach keine Probleme! Hau ab (= stirb, entsorg dich)!
Siehe den erwähnten Beitrag des IFADO hier.
|