| Scharfblick |
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Handl ist ein Moralist. Nicht moralinsauer, sondern engagiert und enragiert. Er lässt sich nicht simpel "links" oder "nicht-links" zuordnen. Seine Abscheu vor den "Rechten" ist offensichtlich. Trotzdem ist er kein Parteigänger, kein "Linker". Anarchist wird er schon deshalb nicht sein können, weil ihm da die Vernunft Barrieren legte; er wäre zu wenig oder gar nicht "romantisch" dazu. Neben sensiblen, aufmerksamen Beobachtungen verschiedenster Kulturaspekte, widmet er sich immer wieder zwei, drei Themen, die durchgängig seine Reflexion, sein Denken beanspruchen: Bildung, Sprache, Politik. Es gibt schier keinen Bereich, in dem er nicht den gesellschaftlichen, politischen Aspekt beäugt, bedenkt, bewertet. Er folgt nicht Trends oder gängigen Sichten, ist also kein "politisch Korrekter", kein Mitläufer, kein Mittäter. Er fühlt sich der Aufklärung verpflichtet und scheut sich nicht, das klar und laut zu sagen. Er tritt in Fettnäpfchen und geniert sich nicht. Er gebraucht eine Sprache, die nicht dem üblichen Journalistenjargon oder dem Kurzsprech der Halbgebildeten entspricht. Das heisst, er wird nur eine Minderheit erreichen, kein Massenpublikum. Wer sich das Buch mit seinen 272 Seiten vornimmt, gewinnt eine Fundgrube. Vielleicht irritiert er die eine oder den andern; Handl polarisiert. Er ist kein Harmoniker. Er ist fordernd. Wer darauf einzugehen vermag, gewinnt. schauhör KulturKolumnen Haimo L. Handl Format 120 x 180 mm, broschiert, 272 Seiten Wien, VIZA EDIT 2007 ISBN 978-3-900792-22-0 € 9,90
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