| "Operette" - eine sehr späte Rezension |
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Vor beinahe 30 Jahren sah ich dieses Schauspiel in zwei Akten von Witold Gombrowicz (1904-1969) in einer Aufführung der Vereinigten Bühnen Graz. Georg Lechner erinnert sich, 28.7.2007 Auch wenn der Autor ein emigrierter Pole ist und von daher seine Werke ihren Hintergrund haben, könnte mensch dieses sein letztes Werk genauso gut als Abrechnung mit (typisch?) mitteleuropäischen Dummheiten sehen. Der erste Akt könnte durchaus als Anspielung auf Kakanien interpretiert werden. In äußerlich dazu kontrastierendem zweitem Akt sieht sich der Zuseher in die Postmoderne katapultiert - die der Autor zu Lebzeiten vielleicht erahnen konnte, weil die Geschichte ihre Strickmuster häufig wiederholt. Die deutliche Ausformung des Wandels zu neuen, viel subtileren und damit letztlich schrecklicheren Nuancen der Ausübung von Herrschaft haben so manche Exponenten der 68er Generation wie Otto Schily erst Jahre nach dem Tod (1969) des Autors vorexerziert. Trotz der einen Szene im zweiten Akt wird das Stück wohl nie zum Publikumsmagnet werden - zu beklemmend aktuell ist es.
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