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Prosit Neujahr, alles Gute oder das Beste, wenn's Gute zu gering wäre, ganz wie belieben.
Fotos von H. L. Handl
Die Bilder von gestern gleichen denen von heute. Hat wirklich wer erwartet, es würde anders sein? Die Geschäfte laufen, die Gewinne fliessen, Menschen darben, sind auf erzwungener Wanderung, warten, suchen, werden gejagt. Kriege verwüsten und bereiten neue Geschäftsfelder vor, Mächtige werden mächtiger, reicher, unangreifbarer.
Ressourcen werden knapper, aber auch das hilft dem Geschäft. Eigentlich gibt es fast nichts, was nicht dem Geschäft hilft. Auf da "fast" käme es an. Wenn die Konsumenten nicht so konsumierten, wie sie es tun, würde das permanent Beworbene nicht in solchen Mengen absetzbar sein. Es störte den Betrieb und, falls dies ein Dauerzustand würde, die Wirtschaft müsste sich anpassen und damit die Gesellschaft.
Zuerst gingen Arbeitsplätze verloren, weil endlich mit der Verschwendung aufgehört wird. Dann beklagte man riesige Sozialprobleme, weil die staatlichen und halbstaatlichen Einrichtungen sich weigern, die Sozialkosten zu decken: Gesunden- und Krankenversorgung, Pensionen, Renten, Sozialleistungen für Erwerbslose, Studenten, Schüler, Kinder, alleinerziehende Eltern usw.
Wegen der ansteigenden Sozialspannungen würde aber noch mehr Geld in die Militärs und Polizeiapparate gesteckt werden. Gleichzeitig würden neue Verordnungen ins Privatleben eingreifen unter dem Deckmantel der fürsorglichen Gesundheitspflege. Um diese Verordnungen durchzusetzen, würden neue Spezialpolizeieinheiten gebildet werden. Ein Netz von Denunzianten, wie jahrelang erfolgreich in der DDR gepflegt, würde eine neue Art von Staatssicherheit mit Informationen versorgen, um die Staatsfeinde zu erfassen und zu "behandeln".
Trotzdem: der Markt wäre nicht mehr, was er jetzt ist. Es würden Änderungen erzwungen. Ich träume ein wenig und überblättere die nächsten Seiten der Zeitungen auf meinem Tisch. Guten Morgen! Gut geschlafen?
Ausleitungszitat: Nichts hat sich geändert, höchstens, daß man es nicht sagen darf. Karl Kraus
Haimo L.Handl, am Morgen des 1.1.07
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