Eine junge Schauspielerin versichert, sie schauspiele nicht, sondern sei einfach sie selbst. Das reicht. Auch und erst recht für die Buhlschaft.
Und weiss noch nicht, wie sie es anlegen wird. Nur so viel versicherte sie in einem Interview: sie wird nicht spielen, sondern die Buhlschaft sein. Die moderne Tussi verrät eine tiefe Unwissenheit über Theater und Spiel und liegt damit im Trend: man spielt nicht, man ist: Was für kleine Röllchen im Fernsehen noch angehen mag, wo es nicht auffällt, wenn man unbedarft, dumm aber dreist ist, gibt fürs Theater, auch wenn es so verlogen ist wie in Salzburg, zu denken. Sein vor Schein, im scheinhaften Sein! Der Bankrott der Theaterkunstidee zieht sich jedoch schon so lange dahin, dass er nicht mehr wahrgenommen wird. In einer Zeit, wo Subjektivismus hochgetrieben ist, gilt auch der unfundierte, vorgebliche. Der Anspruch schon verleiht Weihe: ich spiele nicht, ich bin. Schade, dass es doch nicht ganz stimmt, sonst stürben diese Nichtschauspielerinnen und Nichtschauspieler auf den Bühnen, die ja doch keine sind, hinweg. Und wir hätten Platz für neue Trottel, die dann behaupten, sie spielten nicht, sondern litten authentisch real. Vielleicht sollte man Stücke mit ihnen "erleben" und "durchleben", die sie beuteln und prügeln, ganz real, im echten Sein, so dass ihnen Hören und Sehen vergeht und sie nur noch sind, mit oder ohne Heidegger im Sinn. Und das Publikum dann grunzt, weil es nicht nur einer Fernsehübertragung "beiwohnte", sondern einem echten Reality-TV.
HLH
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