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Gedicht von Franz Hofer aus "Gedichte gegen das Zerfließen eines Aufenthalts", Graz, Leykam 1999
Franz Hofer, Jahrgang 1937, ist trotz Pensionsstand höchst aktiv als Radiomacher (Radio Helsinki) tätig und Autor zahlreicher Hörspiele, Features und Literatur. Zwei Lyrikbände publiziert.
Das Dorffest
Das Dorffest,
bei dem alle
tanzen
trägt die bunten Kleider
des Hahnenschreis am Zaun
das Singen der Schienen
den Schwielen der Arbeit
eine Freude,
in Haar.
Leben erduldet
in tiefste Brunnen
des Bescheidens
einem Sein
Flügelwolken.
Den Tanzschritten der Alten,
knäulen die Jungen,
sinnliche Antennen -
in Weisen aufgeblasen -
trompetenden Raum.
Ein Heraustreten
aus Gärten
ins Frühlingsblau.
Heu einer Sommermahd;
den Astern
gräberschmückender
November.
Braungelederte Hände
heben
dankvolle Stundenbälle
an die Firstbrüche
des Dachs,
vor Schwalben
die ihre Flugstürze
geherrlicht
streuen
wie Wind
unter die Schattenzäune des Seins.
Silberne Kränze.
Girlanden
Dem Haar
junger Wolken, die trunken
Regen säugen.
Tanzfalter heben
Verliebte
in den zögernden Kuß der Scham -
einem Tadel der Sünde.
Kühlung
den heißen Herzen
den Glutbund
rosa gefärbter
Melancholie
hebt
in Sänften
der Nachtbäume,
Gelächter ins Geviert
eines abgedunkelten Gottes.
Lange
ach Mitternacht,
singen die Sterne
den Kronen
Lieder
voll der Leichtigkeit,
einer schwerbeladenen
Erde.
Hören Sie dieses Gedicht gelesen vom Autor bei einer Präsentation am 3.6.2007 im Kunsthaus-Cafe Graz.
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