Das Gleiche ist nicht das Selbe und trotzdem wollen viele nichts wissen
Kolumne “Wort zum Sonntag”, 4.1.2009 von Haimo L. Handl
Ich erinnere mich, dass ich früher, ungestümer und zorniger, meist viel härter und rigider Positionen einnahm als in älteren Jahren. Letzteres nicht, wie ich meine, aus Indifferenz oder Schwäche, sondern wegen eines anderen, vertieften, komplexeren Verständnisses. Ich weiss noch, wie ich vehement die Bombennächte über Deutschlands Städten verteidigte, ja als Nachgekommener begrüsste, und die Frage nach den Zivilisten einfach nicht beachtete.
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Stille kracht
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 28.12.2008
Die Erfahrungen eines Hörseminars, das ich kürzlich gab, entsprachen ganz und gar nicht den üblichen propagierten Slogans und Devisen der inszenierten Besinnlichkeit, die im gesteuerten Stress und gesteigerten Konsum ihre multiplen Orgasmen findet. Mir war aufgefallen, dass fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer (die Mehrzahl war weiblich!) Hörprobleme haben. Nicht physisch, organisch. Solche Hörgeschädigten waren nicht in der Gruppe. Sondern mental oder psychisch. Sie vermochten nicht einfach “besinnlich” zu werden.
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Sparsamkeitsverschwendung
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 21.12.2008
In Zeiten der Wirtschaftskrise, der sogenannten “Finanzkrise”, in der weltweit Vermögen und Arbeit vernichtet werden, bedauern Politiker und Unternehmer das Versagen des Marktes einerseits und fordern zu mehr Konsum andererseits. Es ist wie während grassierender Inflation: Geld verliert rasend schnell an Wert, aber man soll noch mehr konsumieren, um den Kreislauf nicht zu unterbrechen.
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Opportunistische Wertigkeit
Kolumne “Wort zum Sonntag”, 14.12.2008 von Haimo L. Handl
Das Naziregime und der Holocaust werden einhellig als böse, verbrecherisch, kriminell usw. bewertet. Die Welt, was immer das sein soll (je nach ideologischem Bedarf!), ist sich einig. Es gibt aber eine Unwertehierarchie, die dem gleichzeitig bemühten Gleichheitswertdenken krass widerspricht: die Opfer werden unterschieden, gewogen und bewertet. Ironischer- oder zynischerweise nach ähnlichen Kriterien, wie die Täter es zuvor taten: dieses Opfer wiegt mehr, weil …
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Punktscharf aufgepoppt
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, kultur-online.net, 7.12.2008
Das Feuilleton kann oft wie ein Seismograf gelesen werden, besser noch als die stärker gefilterten Artikel im Wirtschaftsteil oder die plump propagandistischen der Politik. Hier drückt sich das Ideologische “gebildeter” aus, hier sind die Stereotypen versteckter, hier wird Offenheit inszeniert.
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