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Blätter für deutsche und internationale Politik 3/07 PDF Drucken E-Mail

thumb_blaetter_307Auswahl öffentlich online lesbarer Beiträge

 

Das Ende der Tarifpartnerschaft
Von Rudolf Hickel
Am 31. März laufen gleich vier Tarifverträge aus: in der Metall- und Elektroindustrie, im Bauhauptgewerbe, im Einzelhandel sowie im Groß- und Außenhandel. Damit geht es im gegenwärtigen Arbeitskampf um die Einkommen von insgesamt 6,5 Millionen Arbeitern und Angestellten. Rosige Aussichten, sollte man eigentlich meinen. Denn auch in diesen Monaten machen die Konzerne wieder satte Gewinne, die Dividenden an die Aktionäre steigen um mehr als 25 Prozent und gleichzeitig bedienen sich viele Manager durch atemberaubende Gehaltszuschläge.

Die Ausweitung der Konsumzone
Von Daniel Leisegang
Nichts ist derzeit angesagter als das „Zweite Leben“. In den vergangenen Wochen schien es keine Zeitung zu geben, die nicht begeistert über die neue virtuelle Welt berichtet hätte. Im Zuge der aktuellen Diskussion über Web 2.0, das sogenannte soziale Internet, scheint das Browserspiel „Second Life“ nach You Tube und MySpace zielsicher den Nerv der Zeit zu treffen.
Das Interesse der Medien richtet sich dabei vornehmlich auf die unzähligen Angebote, die Second Life seinen Besuchern eröffnet. Parties, Sonnenbaden, virtuellen Extremsport, Shopping und natürlich den unvermeidlichen Cybersex zwischen den „Avataren“, jenen virtuellen Wiedergängern der menschlichen Besucher – es scheint, als gebe es im digitalen Paralleluniversum nichts, was es nicht gibt.

Die neoliberale Deformation Europas
Zum 50. Jahrestag der Verträge von Rom
Von Jörg Huffschmid
Am 25. März 1957 unterschrieben die Regierungschefs von sechs europäischen Ländern den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Die deutsche Bundesregierung, die im ersten Halbjahr 2007 die Präsidentschaft der Europäischen Union innehat, will diesen runden Geburtstag nutzen, um am 50. Jahrestag eine „Berliner Erklärung“ zu veröffentlichen. Darin wird sie die Fortschritte der wirtschaftlichen Integration Europas betonen, die aus der Wirtschaftsgemeinschaft der sechs mittlerweile eine Union von 27 Staaten gemacht haben. Sie wird aber auch das Zurückbleiben der institutionellen und politischen Vereinigung bedauern, das eine größere Rolle Europas in der Weltpolitik verhindert. Die wichtigste Funktion der Berliner Erklärung wird es sein, das vordringliche Projekt der deutschen Präsidentschaft auf den Weg zu bringen: die „Wiederbelebung des Verfassungsprozesses“, wie es in verschiedenen programmatischen Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel etwas verschwommen heißt. In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle der Bundesrepublik als Säule und Motor der europäischen Integration zur Sprache kommen.

 

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