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Deutschland: Wahl der Qual PDF Drucken E-Mail
Gustav Schwedinger zur deutschen Wahl.
18.09.05
Jetzt hat Deutschland gewählt. Was das heisst, ist zu sehen: alle sind Sieger und der Kanzler zeigt sein vermessenes Demokratieverständnis: er gebärdet sich wie einer, der der demokratischen Legitimierung nicht bedarf und bestimmt: grosse Koalition nur unter meiner Führung. Allein diese Frechheit, noch vor einem Vorliegen fixer Ergebnisse, mag die Verlierer trösten, zeigt aber den Niedergang der demokratischen Kultur in Deutschland.

Merkel hat verloren. Die Grünen haben verloren, wenn auch nur leicht. Gewonnen haben die FDP und die Linkspartei. Aber durch das Ausgrenzen letzterer ist z.B. eine halblinke, linke und grüne Koalition praktisch nicht möglich, nur rechnerisch - wie gesagt, basierend auf den heute Nacht vorliegenden vorläufigen Ergebnissen.

Die Pattstellung und die Ausrichtung auf Eitelkeiten und Launen von Führernaturen verheisst nichts Gutes: Merkel zeigte Führungsschwäche, und die demonstrativ präsentierte Stärke des Kanzlers ist eine Schwächung demokratischer Einrichtungen. Also haben nicht nur die Grossparteien verloren, sondern Deutschland.

Mir fiel auch der grüne Joschka symptomatisch auf: seine Gestik, die Fingerhaltung seiner rechten Hand, währen er eloquent die Befriedigung über die Niederlage der Opponenten beschwor, zeigte ihn wie einen versagt habenden Aussendienstmitarbeiter, der nach dem missglückten Verscherbeln meint, dass seine Unglaubwürdigkeit noch zu kaschieren sei, obwohl damit die Wendehalsigkeit des Vabankspiels nur unterstrichen wird. Man müsste die Videoaufnahmen sich mehrmals ansehen von den Damen und Herren, aber vor allem von Schröder und Fischer, wie sie entgegen den und gegen die (vorläufigen) Ergebnisse(n) reden und reden - und eben mit ihrer Gestik, Mimik und Körperhaltung ausdrücken, was die stereotypen Worte für viele nicht so klar rüber bringen: Falschheit, Mache, Täuschung, Eitelkeit, Schwäche.


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