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Kein Klartext mehr, klaro! PDF Drucken E-Mail
Zur hochgespielten Begnadigungsaffäre um Christian Klar notiert Gustav Schwedinger, 8.3.2007

Der anstehende "Gnadenfall" Christian Klar entwickelt sich zu einer Affäre. Klar hatte es gewagt, aus dem Kanst eine "Grussbotshaft" zu senden, die erst in der wenig gelesenen PDS-nahen Zeitung JUNGE WELT erschien und Aufsehen erregte, als das ARD-Politmagazin REPORT sensationell darüber berichtete.

In dem Grusswort war eine harsche Kapitalismuskritik verpackt, die selbst aber weder einen Aufruf zur Gewalt enthielt, noch zu Terror. Aber Klar war ein Terrorist. Deshalb liest sich eine Kritik, die, würde wer anderer sie gleichlautend vorgebracht haben, keinerlei Aufsehen erregen, eben als Gewaltaufruf, als Gefahrenindiz zu neuem Terror.

Die rechten Scharfmacher sahen darin brauchbare Munition. Zudem ist Klar einer, der nicht nur klar sprach, sondern nicht bereute. Ein nichtbereuender RAFler konnte also ins Visier genommen werden, als ob er immer noch ein RAFler wäre, das heisst, eine Gefahr für die Gemeinschaft, die Gesellschaft.

Einige Besorgte, Linke und Nichtlinke, nahmen sich seiner an, verbal, und kamen dabei selbst ins Kreuzfeuer. Einige wollten das wahrscheinlich auch - so wird dies zumindest beim berufsmässigen Provokateur Claus Peymann gemunkelt.

Auch das bestärkt die Rechten, sogar unter ihren jüngeren Vertretern, die nicht zuletzt in der "Jungle World", einem Organ der sich progressiv kaschierenden rechten Jungspiesser, sich derb hetzerisch gegen die Altlinken äusserten, die sie unisono in den gemeingefährlichen Kreis schieben.

Jung und Alt dieser Sorte trumpft auf in Deutschland. Unterstützt von Schnöseln einer Gruppierung, die sich frech "Antidetusche" nennt und gegen Antihaltungen loszieht, überall Nazismus sieht und für Verfolgung und Strafe eintritt, wo nur möglich. Es scheint, die Schelte gegen "die" Deutschen ist in, wie sie früher "in" war, als es dieses Wort nicht gab, sondern  nur braune Deppen.

Jetzt schillert die politische Korrektheit von dieser Sorte Jung und Alt.

Es ist daher angezeigt, ab jetzt (die Neudeutschen sagen: "ab sofort"!) klare Worte oder Klartext zu unterlassen, weil nicht mehr gewährleistet werden kann, dass damit nicht eine Sympathiehaltung zu elenden Terroristen bewiesen wird, die natürlich von den Anti-Antis verfolgt und geahndet werden muss.

In der JUNGEN WELT, die meist so unlesbar ist, wie früher das NEUE DEUTSCHLAND, ist immerhin auch oft Korrektives zu finden, das allein deshalb schon von Wert ist, weil es in der tristen, schier gleichgeschalteten Korrektwelt Hinweise auf Anderssein und -denken gibt - auch wenn frau nicht immer die Positionen teilen mag.
Dort also findet man andere Stimmen zur hochgespielten Affäre, z.B. am 8.3.07: Zur Christian Klar Debatte
 

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