|
Roma werden nicht nur im Kosovo sträflich diskriminiert, sondern auch in EU-Mitgliedsstaaten: ganz krass in der Slowakei und in Tschechien, das kürzlich deshalb vom Europäischen Gerichtshofes verurteilt wurde. Aus Italien waren kürzlich Mob-Üergriffe gegen Roma und Sinti zu vermelden.
Die Ab- und Aussonderung geht systematisch weiter. Da helfen auch nette Konzerte und Ausstellungen nichts. Der europäische Skandal stinkt!
amnesty international berichtet in seiner Pressemeldung vom 15.11.07:
Roma in der Slowakei:
Abstellgleis Sonderschule – keine Chance auf Bildung
London/Wien, 15. November 2007Keine Chance auf Bildung, keine Chance auf Integration, keine Chance auf eine bessere Zukunft: So beschreibt ein heute veröffentlichter Bericht von amnesty international (ai) das Schicksal vieler Roma-Kinder in der Slowakei. Überdurchschnittlich viele Roma werden in Sonderschulen für geistig behinderte und lernschwache Schüler oder in reine Roma-Schulen mit vereinfachtem Lehrplan abgeschoben. ai fordert die slowakische Regierung auf, das grundlegende Menschenrecht auf Bildung frei von jeglicher Diskriminierung für die Roma umzusetzen.
"Roma-Kinder in der Slowakei erhalten eine deutlich schlechtere Schulbildung als ihre slowakischen Altersgenossen und verlieren so die Chance auf weiterführende Bildung, gesellschaftliche Integration und Arbeit", so Heinz Patzelt, Generalsekretär von ai-Österreich. "Die Ausgrenzung im slowakischen Bildungswesen verstärkt die Armut und Perspektivlosigkeit der Roma." Ein Drittel der etwa 500.000 Roma lebt in Baracken-Siedlungen am Rande der großen Städte, meist ohne Zugang zu Wasser- und Stromversorgung, ohne Sanitäreinrichtungen und ohne gepflasterte Straßen.
"Die Regierung in Bratislava muss die massive Benachteiligung der Roma endlich bekämpfen. Die bisherigen Maßnahmen gegen Diskriminierung und Armut sind bei weitem nicht ausreichend", fordert Patzelt. So scheitert Bildung oft bereits am Schulweg, weil es für die Roma-Kinder keine Busse gibt.
Doch nicht nur die Slowakei sei gefragt, eine entscheidende Rolle komme auch der Europäischen Union zu. "Die EU muss die Slowakei technisch und finanziell unterstützen." Darüber hinaus müsse die Roma-Gemeinschaft in alle Entscheidungen aktiv einbezogen
Auch in Österreich sind die Roma nicht willkommen. Allerdings gibt es keine Ghettopolitik und offene Hatz. Noch nicht. Aber Integration gibt es auch nicht. Weil die Mittel fehlen. Weil das kompetente Personal fehlt. Weil es lästig ist.
Die meisten der Bürger, die pflichtbewusst und korrekt des Holocaust gedenken, sehen die Probleme ihrer Gegenwart, die heutigen nicht, wenn sie nicht ins Bild passen. Und die "Zigeina" passen nicht. Man kennt "Zigeuner" als Musikanten, bucht sie öfters für Konzertauftritte, besucht auch Feste. Fachtagungen. Kurzberichte. Aber damit hat es sich meistens. Den Roma hilft es nicht. Die darben. Die werden weiter ausgesondert, in einer Art "Sonderbehandlung".
Dass Armut keine genetische Eigenschaft ist, müsste bekannt sein. Dass Unbildung behebbare Wurzeln und Gründe hat, ebenso. Dass nichts Geeignetes unternommen wird dies zu ändern, bedenkt fast niemand.
Durch die Mitgliedschaft einiger östlicher Länder sind jetzt viele Roma und Sinti EU-Bürger. Aber 3. Klasse. Das italienische Abschiebemodell ist inhuman und stellt keine Lösung dar. Die tschechischen und slowakischen Absonderungen sind skandalös und brechen die Europäische Menschenrechtskonvention ebenso wie EU-Gesetze.
HLH
Im Kosovo ist die Situation ärger als in Rumänien oder Bulgarien. Dringendste Aufgabe wäre die systematische Alfabetisierung.
Die Sprecherin der IRU (Internationale Roma Union), Fevzije Bahar, organisiert eine Spendenaktion zugunsten von Roma-Kindern dort.
Lesen Sie den Aufruf hier: roma_spendenaktion
|