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Brauner Unrat im österreichischen Sumpf PDF Drucken E-Mail
thumb_bzoe_kampagne_graz_07Das Zukunfstbündnis will Graz säubern

Haimo L. Handl zu aktuellen Umtrieben in Österreich.

"Säubern" in der Politik ist, wenn proklamiert, eine fatale Angelegenheit. Nicht zufällig wählten die serbischen Nationlisten diesen Terminus für ihr inhumanes, faschistisches "Reinemachen" im Zuge der systematischen "ethnischen Säuberungen". Purifizierungen fordern Opfer. Brachial.

Nun wählt das rechtsextremistische BZÖ, dessen Obmann selbst einem Prozess wegen einer Falschaussage zur Prügelaffäre (als Leibwächter seines Bündnisses einen "Ehemaligen" nach der Wahl aus einem Lokal prügelten) entgegensehen muss, diese schlimme Vokabel für eine Säuberungspolitik in Graz. Graz ist demnach verdreckt. Früher sagte man "verjudet". Heute findet der Terminus des Saubermachens mit der Implikation des Verdreckten, des Abfalls und Unrats Anwendung gegen Asylanten, Bettler und Drogendealer. Pauschal. Öffentlichkeitswirksam.

Wer ist nicht für Sauberkeit? Aber - wer ist für Säuberung im politischen Sinne? Wer denkt nach, was "Säuberung" eigentlich bedeutet? Wer ist der Dreck? Wohin wird dieser "Dreck" "entsorgt"? Sollen wieder "Sonderbehandlungen" her, um dem "Problem" Herr zu werden? Das ist faschistische Sprache. Die BZÖler tun sich relativ leicht, nicht zuletzt durch jene Serbophilen, die sich gegen Verurteilungen des verbrecherischen Sprachgebrauchs und entsprechender Säuberungspolitik durch die Serben verwahren.

In Graz rüsten also die Bündnistreuen zum Saubermachen und Dreckskampf.

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(Siehe http://www.sauberesgraz.at/ bzw. http://www.bzoe.at/index.php?content=vorort_steiermark_bzoe , wo Infofolder, Briefe, Artikel und Plakate sowie "Postkarten" eingesehen und geordert werden können!)

Die neonazistische und rechtsextreme Szene wächst. Nicht nur unter Fussball-"Freunden". Im STANDARD vom 19.11.07 ist auf Seite 23 zu lesen:

Im Namen der Republik

Durch die Tageszeitung DER STANDARD auf Seite 23 der Ausgabe vom 29.1.2007 und auf der Internetwebsite hptt://derstandarddigital.at am 29.01.2007 veröffentlichten Kommentar von Barbara Coudenhove-Kalergi mit der Überschrift "Hört denn das nie af?" und die darin aufgesellte Behauptung, Gottfried Küssel habe vor gut vierzig Jahren "bei der Anti-Borrodajkewicz-Demonstration einen alten Kommunisten erschlagen", wurde Gottfried Küssel eines unehrenhaften Verhatlens beschuldigt, das geeignet war, diesen in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen und herabzusetzen sowie der Antragsteller als Täter einer strafbaren Handlung dargestellt und dadurch die Unschuldsvermutung verletzt. Die Artikelverfasserin Barbara Coudenhove-Kalergi wurde daher gemäß § 111 StGB zu einer bedingten Geldstrafe sowie die Medieninhaberin Standard Verlag GmbH zu einer Entschädigungszahlung gemäß §§ 6 und 7 b MdienG in der Höhe von € 4.000,00 und Urteilsveröffentlichung verurteilt.
Landesgericht für Strafsachen Wien
Wien, am 29.05.2007

kirchwegerViele werden sich erinnern an das Jahr 1965, den Nazi und Hochschulprofessor und die Wirbel, die es seinetwegen gab. Doch Frau Coudenhove-Kalergie machte tatsächlich einen Fehler: es war zwar ein G.K., der Ernst Kirchweger niederschlug und der drei Tage danach an den erlittenen Verletzungen verstarb, aber es war der Neonazi Günther Kümel, der dafür verurteilt wurde. Jedoch nicht wegen Totschlags oder fahrlässiger Tötung, sondern wegen "Notwehrüberschreitung"; das Strafausmass betrug 10 (!) Monate.

(Nebenstehende Fotografie aus der Internetsite des GRG21 )

Im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes war noch 2005 darüber kurz zu lesen, wobei Günther Kümel nicht beim Namen genannt wurde:

Neues von ganz rechts - Februar 2005

Völkische Geschichtsstunde
Wie genau man es im nationalfreiheitlichen Milieu mit der historischen Wahrheit nimmt, zeigt sich einmal mehr in Zur Zeit. Dort heißt es über Ernst Kirchweger, dieser sei "bei einer wütenden sozialistischen Demonstration gegen einen Universitätsprofessor in den fünfziger Jahren gestolpert und so unglücklich auf den Randstein gefallen, dass er verstarb". (Zur Zeit 5-6/2005, S. 6) Tatsächlich fand die besagte Demonstration gegen den durch Antisemitismus aufgefallenen Professor Taras Borodajkewycz am 31. März 1965 in Wien statt und wurde von Neonazis unter "Hoch Auschwitz!"-Rufen angegriffen. Einer der Angreifer, der damals 24-jährige Burschenschafter und FPÖ-Jungaktivist Günther K., schlug Ernst Kirchweger nieder. Der ehemalige Spanienkämpfer und KZ-Häftling erlag kurz darauf seinen schweren Kopfverletzungen. K., zuvor bereits wegen Hakenkreuzschmierereien und Anschlägen auf die italienische Botschaft und das Parlament belangt, wurde in der Folge wegen "Notwehrüberschreitung" zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt. 


Damals, vor 42 Jahren, war auch Heinz Fischer in dieser Sache verurteilt worden; in einem Nachfolgeverfahren erlangte er einen Freispruch. Darüber ist sogar in der Seite des Bundespräsidenten zu lesen: http://www.hofburg.at/show_content2.php?s2id=97

In der Seite "Das rote Wien" findet sich ebenfalls ein Hinweis.
http://www.dasrotewien.at/online/page.php?P=11564

Im Gedenkjahr 2005 war in der Seite des EKH-Hauses einiges darüber zu lesen.
http://www.ekhbleibt.info/ekh/info/1112794757/index.html

Küssel war nicht nur wegen seiner neuen rechtsradikalen Umtriebe nch seiner Haftentlassung wieder ins Gespräch gekommen, sondern auch wegen der Affäre Strache; es wurde vermutet, er stecke hinter einigen Veröffentlichungen peinlicher Fotografien von Strache, die ihn als Beteiligten einschlägiger Veranstaltungen zeigen. Doch Strache ist protegiert, also unter Protektion; die Sache wurde weder aufgeklärt noch gelöst. Bzw. die Lösung besteht in der Nichtverfolgung. Österreichisch also. Das galt und gilt auch für den Brauntaler, der trotz Verfassungsbruch und rechtsradikaler Sprüche munter weitermachen darf.

Nun, von Küssel & Co ist nichts Neues zu hören. Noch nicht. Aber von den Randfiguren, jenen, die noch den Mantels des nur "Rechten" tragen, schon. Neben den vorderen Saubermännern gibt es auch hintere. Und hinter diesen weitere. Die bilden den Sumpf, der noch nicht trocken gelegt ist.

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