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In seiner FACKEL schrieb Karl Kraus in der Ausgabe Nr. 293 (Jänner 1910) einen seiner fulminantesten Artikel über gezielte (österreichische) Kriegshetze und Verleumdung, und machte präzise die massgebenden Kräfte aus: die Regierung, die Massenmedien, allen voran die NEUE FREIE PRESSE und kollaborierende Wissenschaftler, repräsentiert durch den Historiker Heinrich Friedjung.
Anlass bot einerseits die vom österreichischen Aussenminister Graf
Aerenthal angezettelte Pressekampagne, um Gründe für einen Kriegsbeginn
mit Serbien zu liefern, andererseits die nicht geplante Entwicklung der
Affäre durch Verleumdungsklage von Mitgliedern des kroatischen
Landtages. Im Prozess wurde belegt, wie verlogen und verleumderisch
Regierung, Presse und Historiker vorgegangen waren.
Karl Kraus
hat mit diesem Artikel früh ein brennendes Problem von Verantwortung
und Nichtverantwortung, Lüge, Täuschung und Betrug als auch
dummdreiste, profitgeile Kreigshysterie blossgelegt.
Sein
Beitrag ist heute leider immer noch aktuell bzw. seit der herrschenden
Terrorhysterie und den staatskriminellen Machenschaften besonders
sogenannter westlicher Rechtsstaaten wieder erneut aktuell. Unabhängig
vom sprachlichen Genuss, den Kraus liefert, sollen die politischen,
ethischen und sozialen bzw. soziologischen Aspekte beachtet werden.
Der Text folgt der Seitenteilung des Originals, wiewohl der Satzspiegel nicht gewahrt wurde.
Lesen Sie den Beitrag hier als pdf: kraus_prozess_friedjung
Ist Karl Kraus damit unfreiwillig zum Autor der ZITIG geworden? Ja. Ungefragt, weil tot, aber in vollem Respekt. Lassen Sie sich von solchen Autoren inspirieren oder ärgern. Jedenfalls ansprechen!
(Karl Kraus: 28.4.2874-12.6.1936; Siehe auch Wikpedia )
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