International Women's Day
Vergessen? Nein, aber doch nicht! Wir sind ja politisch korrekt und feiern am 8. März den Frauentag!
Und reden und bekräftigen und machen Bussi Bussi und drücken Hände und schauen in die Zukunft. Und belassen es aus ökonomisch-vernünftigen Gründen dabei, dass auch in den hochentwickelten, kapitalistischen Gesellschaften die Frauen zwar mehr Rechte haben als woanders, aber immer noch zu wenige. Das kommt billiger. Das erhöht die Profite.
Das schafft Genugtuung: wenn der männliche Arbeitnehmer für gleiche Arbeit mehr erhält, wenn Frauen erst gar nicht Chancen wahrnehmen können, für bestimmte Berufe sich zu bilden bzw., wenn sie es doch geschafft haben, diese Berufe auszuüben.
Und als Pikanterie am Rande: jene, die es schafften, sind meist im unteren oder mittleren hierarchischen Bereich. Oben thronen mit überwältigender Mehrheit immer noch die Männer, die Bonzen. Damit das so bleibt, feiern wir den Frauentag. Und reden und schauen - und machen weiter. Dass es woanders noch viel, viel schlimmer ist, tröstet nicht.
In vielen islamischen Ländern ist die Situation der Frau katastrofal schlecht. Die männlichen Moslems wissen aber, wie man propagandistisch das abwehrt. Religions- und Kulturfreiheit, Respekt vor dem Islam. Als ob das miteinschlösse, dass man Frauen wie Möbelstücke einsperrt oder hinter Vorhänge versteckt, in Säcke zwängt und als "Material" zur Reproduktion hervorholt, beugt, bricht.
Doch viele Sozialempfindliche mit einseitigem Blick helfen diesen Ausbeutern: Zwangsehe? Übertrieben! Nur Kulturbrauchtum, das man nicht wegnehmen darf! Kopftuch? Persönliche Freiheit usw. Ein ganzes Heer von Duslern hilft den Machos, den Patriarchen, den Ausbeutern. Und stellt dieser inhumanen Praxis die abstrakte Ausbeutung des "Westens" entgegen, die aber immerhin soviel Freiheit lässt, dass jene, die so kollaborieren, dies in aller Freiheit tun können.
Aber, bleiben wir in "unseren" Gesellschaften. So lange nicht gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird, sollten die Frauen nicht reden und feiern, sondern sich verweigern, streiken. Sollten für Sex Geld verlangen. Sie würden dann die Verhältnisse "richtig" stellen. Dann müssten die männlichen "Partner" zahlen - oder keine weibliche Leistung konsumieren. Und die Männer konsumieren gern (natürlich nicht nur die Männer, aber vor allem auch sie).
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