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Gute Bildung braucht gute Beratung PDF Drucken E-Mail

uni_heidelbergHeidelberger Studie als Basis einer Qualitätsoffensive für Bildungs- und Berufsberatung    

Experten aus Wissenschaft und Politik, Praxis und Verbänden verabredeten auf einer Tagung in Berlin eine Initiative zur Verbesserung der Beratungsangebote in Bildung, Beruf und Beschäftigung - Grundlage ist eine an der Universität Heidelberg unter Leitung von Prof. Christiane Schiersmann entstandene Studie zu Qualität und Professionalität in der Beratung.

 

Der Bildungsgipfel von Bund und Ländern hat ehrgeizige Ziele gesetzt: Verbesserung der frühkindlichen Bildung, Erhöhung der Bildungs- und Weiterbildungsbeteiligung in allen Bereichen und die Senkung von Abbruchquoten. Jede Schülerin und jeder Schüler soll einen Schulabschluss erreichen können und alle Jugendlichen eine berufliche Erstausbildung. Hierzu sind neben deutlichen personellen und finanziellen Anstrengungen auch ausreichende und qualitativ hochwertige Beratungsangebote notwendig.

Alle einschlägigen OECD- und EU-Berichte zeigen, dass frühzeitige, begleitende und gut zugängliche Bildungs- und Berufsberatung entscheidend dazu beitragen, Bildungspotenziale zu nutzen und Chancengleichheit zu fördern. Dadurch können Fehlentscheidungen bei der Bildungs- oder Berufswahl - einschließlich der damit verbundenen ökonomischen und sozialen Folgekosten - vermieden werden. Hierauf weist auch die gerade verabschiedete Resolution der Europäischen Bildungsminister "zur besseren Integration lebensbegleitender Beratung in die Strategie des lebensbegleitenden Lernens" vom 21. November 2008 hin.

Vor diesem Hintergrund befassten sich in einer zweitägigen Arbeitstagung am 19. und 20. November 2008 etwa 60 Beratungsexperten aus Wissenschaft und Politik, Praxis und Verbänden, die der Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Nationalen Forums Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (nfb) gefolgt waren, mit Fragen der Qualität und Professionalität in der Bildungs- und Berufsberatung. Grundlage dieser Erörterungen war eine vom Institut für Bildungswissenschaft der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg durchgeführte, vom BMBF in Auftrag gegebene Studie.

Als Eckpunkte der Qualitätsentwicklung werden in der Studie von Prof. Schiersmann und Mitarbeitern herausgearbeitet:

* die Orientierung an gemeinsam geteilten, organisations- und anbieterübergreifenden Standards,
* der verstärkte Einsatz von Evaluationsverfahren,
* die beratungsspezifische Ausgestaltung von Qualitätsmanagementkonzepten,
* die Verständigung über ein anerkanntes, organisationsübergreifendes Kompetenzprofil von Beraterinnen und Beratern in Bildung, Beruf und Beschäftigung.

Die Teilnehmer sprachen sich angesichts der Heterogenität der Beratungslandschaft in Deutschland für eine bundesweite Qualitätsoffensive aller an Bildungs- und Berufsberatung Beteiligten aus.

Diese Bemühungen um Stärkung der Qualität und Professionalität in der Beratung zielen darauf ab, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und der - zumeist öffentlich-rechtlichen - Finanziers in die Qualität der Beratungsleistungen zu stärken.

Die Studie von Prof. Schiersmann und Mitarbeitern ist 2008 im W. Bertelsmann Verlag erschienen. Die Ergebnisse des Workshops werden demnächst als Dokumentation veröffentlicht und auch auf der Webseite des nfb (http://www.forum-beratung.de ) kommuniziert.

Kontakt:
Prof. Christiane Schiersmann
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Peter Weber
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http://www.uni-heidelberg.de

 


Anmerkung:

 

Die Infantilisierung nimmt zu, in allen Bereichen. In denen der Bildung wird uns von Experten weisgemacht, dass nur "dauernde Begleitung" Erfolg verbürge. War früher das emanzipatorische Ziel "Selbständigkeit", alleinige aufrechter Gang, weist sich heute Qualität und Zukunftsorientierung dadurch aus, dass der Abhängige, zu Betreuende sich der Betreuung und Dauerbegleitung fügt und seine Rolle brav erfüllt. In der Expertokratie, die bisher die Welt in unermessliches Elend gestürtzt hat, werden keine Zweifel oder kritischen Fragen gestellt, die das Individuum und seine Freiheit betreffen. Im Gegenteil, es wird gefragt, wie die Betreuung und Vereinnahmung in einer Superverwaltung der totalisierten Gesellschaft dauernd im Systemsinne erfolgreich berwerkstelligt werden kann. An diesem Erfolg misst sich der Grad der Emanzipationsminderung und der verstärkten Versklavung neuer Art. 

Die vorgegebenen Ziele sind ja "nett" und wichtig: jeder soll dies und das erreichen. Aber im Betreuungsdenken selbst hockt schon die falsche Sicht. Je stärker und rigider Normen zu beachten sind, desto dramatischer die Auswirkungen der Normverletzung oder Nichterreichung. Das Gegenteil von Offenheit, Toleranz und Freiheit wird so zielstrebig etabliert. Eine geschlossene Gesellschaft, die sich vermeitnlich frei - global - bewegen kann. Nicht einmal geistig wird das erlaubt. Frei wird zur definierten Betreuungs- und Begleitungszone. Ein Zonendenken und -leben. 

HLH

 

 

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