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Pädagogik und Gedenkkultur PDF Drucken E-Mail

Augsburger Studie über Konzepte und Methoden von Bildungsarbeit an NS-Gedenkorten  

Dr. Annettte Eberle, die Autorin der jetzt im Ergon Verlag erschienenen Studie über Bildungsarbeit an NS-Gedenkorten

Als Band 1 der neuen Reihe "Pädagogik und Ethik" ist im Ergon-Verlag soeben der Titel "Pädagogik und Gedenkkultur. Bildungsarbeit an NS-Gedenkorten zwischen Wissensvermittlung, Opfergedenken und Menschenrechtserziehung. Praxisfelder, Konzepte und Methoden in Bayern" von Annette Eberle erschienen. Bei der Studie handelt es sich um die Überarbeitete Fassung einer vom Augsburger Lehrstuhl für Pädagogik (Prof. Dr. Eva Matthes) betreuten Dissertation, für die die Autorin mit dem Forschungspreis 2007 der Universitätsstiftung Augsburg ausgezeichnet wurde.

Annette Eberle verfolgt mit ihrer Studie drei Ziele: Zum einen will sie zu einer Klärung des Begriffes "Gedenkstättenpädagogik" beitragen und deren Aufgaben systematisch beschreiben. Zum zweiten geht es ihr darum, auf der Basis der entwickelten Systematik einen detaillierten Einblick in die Gedenkstättenpädagogik in Bayern zu vermitteln sowie deren Entwicklung, Leistungen und Schwierigkeiten zu darzustellen. Auf dieser Grundlage mündet die Studie zum dritten dann in Anregungen für eine konstruktive Weiterentwicklung der Gedenkstättenpädagogik in Bayern.

Die Autorin begrenzt ihre Untersuchungen auf die NS-Zeit und beschäftigt sich primär mit den KZ-Gedenkstätten und den von der Forschung lange vernachlässigten ehemaligen KZ-Außenlagern sowie ihren Verbindungen zu den "Fremdarbeiter"- und Kriegsgefangenenlagern. Der Widerstand gegen das NS-System kommt durch die Vorstellung von Gedenkorten in den Blick, die an die "Weiße Rose" erinnern. Darüber hinaus wird auch das "Erinnern und Gedenken an die Auslöschung jüdischen Lebens in Bayern" aufgegriffen. Entsprechende Gedenkstätten bzw. gedenkpädagogische Projekte sind meist erst in jüngerer Zeit entstanden oder gerade erst in der Fertigstellung begriffen. Schließlich werden in Form der Dokumentationszentren Reichsparteitagsgelände und Obersalzberg auch noch zwei "Täterorte" mit ihren historisch-politischer Bildungsangeboten vorgestellt.

Auf bildungstheoretisch und geschichtsdidaktisch reflektiertem Niveau diskutiert Annette Eberle Zielsetzungen, Inhalte und Methoden einer auf diese Gedenkstätten bezogenen historisch-politischen Bildung. Sie entwickelt dabei überzeugende Kriterien der Kritik, die an die konkreten gedenkstättenpädagogischen Angebote angelegt werden und somit als Leitfaden für künftige Evaluationen dienen können.

Das Buch lässt die einzelnen Gedenkstätten mit ihren Angeboten zur historisch-politischen Bildung plastisch werden und zeichnet ein anschauliches Bild von der Vielfalt entsprechender Angebote in Bayern. Es schließt auf diese Weise Informationslücken, macht weiterhin fundierte Optimierungsvorschläge und zeigt schließlich auch Kooperationsmöglichkeiten und -notwendigkeiten auf, die zu solchen Opitimierungen beitragen können.
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Annette Eberle: Pädagogik und Gedenkkultur. Bildungsarbeit an NS-Gedenkorten zwischen Wissensvermittlung, Opfergedenken und Menschenrechtserziehung. Praxisfelder, Konzepte und Methoden in Bayern ("Pädagogik und Ethik", hgg. v. Eva Matthes, Guido Pollak und Werner Wiater, Bd. 1), Ergon Verlag, Würzburg 2008, 260 Seiten, 34,- Euro, ISBN: 978-3-89913-601-2

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