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Geschichte der indisch-deutschen Beziehungen. PDF Drucken E-Mail

thumb_franckesche_stiftungErste Internationale Sommerschule in den Franckeschen Stiftungen 

Die Franckeschen Stiftungen zu Halle unterhalten seit über dreihundert Jahren lebhafte Beziehungen nach Südindien. Im Rahmen der ersten protestantischen Mission, die im Jahr 1706 durch hallesche Missionare im südindischen Tranquebar (heute im Bundesstaat Tamil Nadu gelegen) begründet wurde, entwickelte sich auch ein enger interkultureller Austausch, der in sehr umfangreichen und einzigartigen kulturhistorischen Quellensammlungen der Stiftungen seinen Niederschlag gefunden hat.

So befindet sich heute u.a. die größte Palmblattmanuskriptensammlung Europas in den Franckeschen Stiftungen. Vom 14.-25. Juli werden Nachwuchswissenschaftler aus Indien im Rahmen der Ersten Internationalen Sommerschule an diesen Quellenbestand herangeführt. Die Veranstaltung wird von der DHL gesponsert.

Vor dem Hintergrund der traditionsreichen Beziehungen nach Südindien sind die Franckeschen Stiftungen auch heute der Stärkung des kulturellen und wissenschaftlichen Austauschs zwischen Deutschland und Südindien verpflichtet. Mit großzügiger Förderung durch das Logistikunternehmen DHL findet deshalb vom 14. bis 25. Juli 2008 erstmals eine Internationale Sommerschule für indische Nachwuchswissenschaftler im Studienzentrum August Hermann Francke statt. Ziel der Sommerschule ist es, die reichen historischen Quellenbestände in Stiftungsarchiv und -bibliothek zu dem Thema "Die indisch-deutschen Beziehungen im 18. und 19. Jahrhundert" jungen Wissenschaftlern aus Indien nahe zu bringen.

Acht Nachwuchswissenschaftler aus Neu Delhi, Bangalore und Chennai werden an der Sommerschule teilnehmen. Sie sind Doktoranden der Jawaharlal Nehru University Delhi und des Gurukul Lutheran Theological College & Research Institute Chennai. Die inhaltliche Vorbereitung und Durchführung der Sommerschule betreuten die indische Germanistin und ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Missionswissenschaften Frau Prof. Dr. Rekha Kamath Rajan von der Jawaharlal Nehru University, Delhi, sowie Frau Dr. Heike Liebau vom Zentrum Moderner Orient, Berlin.

Die Franckeschen Stiftungen besitzen mit ihrer Bibliothek, ihrem Archiv sowie der europaweit einzig vollständig erhaltenen barocken Kunst- und Naturalienkammer drei herausragende kulturhistorische Sammlungen, die Ende des 17. Jahrhunderts durch den Pietisten und Stiftungsgründer August Hermann Francke angelegt wurden. In diesen Sammlungen spiegeln sich auch die weltweiten Verbindungen des Halleschen Pietismus wider, die im halleschen Waisenhaus Franckes ihr Zentrum fanden. Die Erschließung und Erforschung der Quellensammlungen ist die Aufgabe des stiftungseigenen Studienzentrums August Hermann Francke, in dem Forschungs- und Erschließungsprojekte, zum Teil mit internationalen Kooperationspartnern und durch Drittmittel finanziert, durchgeführt werden.

Das bislang umfassendste Projekt stellt die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Einzelblattverzeichnung der Archivbestände zur ersten protestantischen Mission in Südindien dar (Dänisch-Halleschen Mission 1706-1837). 36.000 Briefe, Tagebücher, Berichte sowie Rechnungsbücher aus dem halleschen Missionsarchiv und dem Archiv des Leipziger Missionswerks, die den Arbeitsalltag, die vielfältigen, sprach- religions- und naturwissenschaftlichen Interessengebiete der Missionare sowie die europaweiten Wirkungen ihrer Arbeit im Rahmen eines damals einmaligen Kulturdialogs dokumentieren, sind detailliert formal und inhaltlich beschrieben und durch Schlagwörter für Personen, Institutionen, Geographika und Sachen erschlossen worden.

Die Ergebnisse stehen in einer Online- Datenbank auf der Internetseite der Franckeschen Stiftungen auch in englischer Sprache einem internationalen Forscherkreis zur Verfügung. Auszüge aus den Schreiben der Missionare wurden im 18. Jahrhundert in den "Halleschen Berichten", der ältesten Missionszeitschrift Deutschlands, veröffentlicht, die vollständig digitalisiert vorliegt. Seitdem Online-Datenbank und Digitalisierung auf der Homepage der Franckeschen Stiftungen zugänglich sind, werden die Quellen auch vor Ort im Lesesaal des Studienzentrums, insbesondere von den Stipendiaten des Fritz Thyssen Stipendiums der Franckeschen Stiftungen ausgiebig genutzt und in neue Forschungsprojekte eingebracht.

Weitere Informationen:
http://www.francke-halle.de

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