Kritik - Theorie - Kritische Theorie
Die Rezeption der Frankfurter Schule in China
Konferenz an der Goethe-Universität Frankfurt, 5.-27. September 2008
Campus Westend, Nebengebäude, Raum 1.741a und 1.741b)
organisiert vom Interdisziplinären Zentrum für Ostasienstudien (IZO) in Kooperation mit der Sun Yat-sen-Universität Guangzhou und dem Institut für Sozialforschung, Frankfurt
Das Interdisziplinäre Zentrum für Ostasienstudien (IZO) der Goethe-Universität Frankfurt veranstaltet unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Iwo Amelung und in Kooperation mit der Sun Yat-sen-Universität Guangzhou und dem Institut für Sozialforschung vom 25. bis 27. September 2008 eine von der Volkswagen-Stiftung geförderte internationale Konferenz zum Thema „Kritik – Theorie – Kritische Theorie“. Gegenstand ist die Rezeption der Frankfurter Schule in China.
Bereits seit Beginn der gesellschaftlichen Reformen in den 80er Jahren sind die Theorien der Frankfurter Schule in China rezipiert und in Intellektuellen- und Wissenschaftskreisen als Instrument der Kritik aufgenommen worden, um Missstände der Reformpolitik und Effekte des sozialen Wandels wie die Auswirkung der Massenmedien und die soziale Entfremdung im Industriezeitalter zu analysieren. In der repressiven Phase nach 1989 war die kritische Theorie eine der wenigen westlichen Theoriegebäude, die nicht durch staatliche Zensur verboten wurden, weil ihr ein marxistischer Grundgedanke inne liegt, der als Bindeglied zum chinesischen Marxismus interpretiert wurde. Die Mixtur aus Regimekonformität bei gleichzeitig dezidierter gesellschaftskritischer Ausrichtung hat zwar einerseits zu einer Instrumentalisierung der Kritischen Theorie in China geführt, andererseits entspringt gerade aus dieser Konstellation das anhaltende Interesse, das der Frankfurter Schule in China heute stärker denn je zukommt. Ihre Popularität im chinesischen Kulturraum ist ungebrochen, wie die zuletzt stark gestiegene Nachfrage etwa nach Habermas’ und Benjamins Schriften bezeugt.
Von der westlichen Welt weitgehend unbeachtet, bediente sich die chinesische Wissenschaft bereits jahrzehntelang der Frankfurter Schule in vielfältiger Weise. Die Auseinandersetzung mit der Rolle und dem Einfluss der Frankfurter Schule in Asien mit Schwerpunkt auf China ist gerade aus dem westlichen Blickwinkel ein unbekanntes Terrain, das viele interessante Entdeckungen verspricht. In dieser zum ersten Mal im westlichen Kulturkreis vorgenommenen Bestandsaufnahme sind grundlegende Fragen zu klären, um auf der Landkarte des globalen Wissensaustausches dieses bisher unerforschte Gebiet neu zu skizzieren. Die Konferenz „Kritik – Theorie – Kritische Theorie“ will Fragestellungen thematisiert wie: Vor welchem Hintergrund wurden die Schriften Adornos, Horkheimers, Fromms, Marcuses, Habermas’ und Benjamins von der ostasiatischen Geisteswelt aufgenommen? Wie fügt sich der westliche Ideenimport in die chinesische Geisteslandschaft und welche Formen an Hybridtheoriegebilden entstanden aus dem Aufeinandertreffen? Welchen Veränderungen unterlag die Rezeption innerhalb ihrer zwanzigjährigen Wirkungsgeschichte? Schließlich, welche kritischen Ansätze können die Schriften der Frankfurter Schule dem gegenwärtigen China liefern?
Um das breite Spektrum des Forschungs- und Tätigkeitsbereiches der Frankfurter Schule - von der klassischen Kritischen Theorie über Ästhetik, Massenkultur, negative Dialektik bis hin zu Öffentlichkeitsdiskursen, Kommunikationstheorie und Ansätzen der Zivilgesellschaft - abzudecken, sind sowohl Sinologen als auch Soziologien, Politologen, Philosophen wie Kultur- und Medienwissenschaftler aus Deutschland, China, Japan, Korea und den USA als Referenten geladen, um im interdisziplinären Austausch den gegenwärtige Stand der Debatte um die Kritischen Theorie im fernen Osten aus möglichst vielfältigen Perspektiven zu beleuchten und gleichzeitig nicht nur einem sinophilen, sondern breit interessiertem Fachpublikum Einblicke in die Ideengeschichte des gegenwärtigen China zu vermitteln.
Ein vorläufiges Programm der Konferenz finden Sie hier .
Mit diesem Formular können Sie sich zur Konferenz anmelden . Die Teilnahme ist kostenlos.
Weitere Informationen und Kontakt erhalten Sie unter:
Anett Dippner M.A.,
Wiss. Mitarbeiterin und Koordinatorin der Konferenz
Goethe-Universität Frankfurt
Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften
Institut für Orientalische und Ostasiatische Philologien (Sinologie)
Senckenberganlage 31
Postfach 111932
D-60054 Frankfurt am Main
Tel: (069) 798 22871
Fax: (069) 798 22176
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