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Europabilder: Innen- und Außenansichten PDF Drucken E-Mail

Ausgangspunkt der interdisziplinären Tagung am 4. und 5. Dezember 2008 in Essen ist die Feststellung: Europa und die Europäische Union wirken von innen blass, von außen vieldeutig. Prägnante Europa-Symbole gibt es kaum. Dass die Abwesenheit von Kriegsangst ältere Generationen emotional mit Europa verband, ist jüngeren Europäerinnen und Europäern nur noch schwer zu vermitteln.

 

Selbstbilder wie das "christliche Abendland" oder eine "europäische Leitkultur" von Humanismus und Aufklärung haben geringe Strahlkraft oder zerbrechen an den historischen Konflikten zwischen europäischen Nationalstaaten.

Die vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI), dem Ludwig Boltzmann Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit, der Veranstaltungsinitiative Europäische Horizonte und dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) der Universität Gießen veranstaltete Tagung widmet sich dem Problem der mangelnden ikonischen Plastizität und kulturellen Evidenz Europas bzw. der Europäischen Union unter zwei Gesichtspunkten: So werden am ersten Tag exemplarische Versuche analysiert, Europabilder ikonographisch zu (re-)konstruieren. Zentral ist die Frage, wie Europa konkret in Bilder übersetzt und visuell erfahrbar gemacht wird.

Der zweite Teil thematisiert "Denkbilder" in Form von Außenwahrnehmungen. Dabei wird die interkulturelle Präsenz Europas aus der Perspektive anderer Kulturen beleuchtet - denn kollektive Selbstbilder und Identitäten, wie sie im Rahmen von Nationen, Gesellschaften und Kulturen wirksam werden, konstituieren und verändern sich immer auch in Prozessen der Wahrnehmung und Abgrenzung von anderen.

An der interdisziplinären Tagung nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Geschichts- und Kulturwissenschaften, der Soziologie, Politikwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie, Romanistik, Medien- und Islamwissenschaft wie auch der Politik und der Medien teil (siehe Tagungsprogramm unten).

Öffentlicher Abendvortrag und Podiumsdiskussion am 4. Dezember 2008:
Am Beispiel der Ukraine werden die Innen- und Außenansichten Europas in einer öffentlichen Abendveranstaltung diskutiert. Mykola Riabchuk, Essayist und Herausgeber der literarischen Monatszeitung "Krytyka" in Kiew, spricht in einem Vortrag über die Lage der Ukraine am geopolitischen und kulturellen Scheideweg zwischen Europa und Eurasien. Es folgt eine Diskussion aus ukrainischer, russischer und europäischer Perspektive mit dem Philosophen Michail Ryklin (Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Moskau) und Claus Leggewie (Direktor des KWI).

Datum:
4. und 5. Dezember 2008
Ort: Philharmonie Essen (Weißer Saal), Huyssenallee 53, 45128 Essen

Journalistinnen und Journalisten sind während der gesamten Tagung willkommen.

Anmeldung für die Tagungsteilnahme bitte bis spätestens zum 26. November 2008 bei
Maria Klauwer, Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Tel. 0201 7204 -153, Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Magdalena Schaeffer, Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Tel. 0201 7204 -152, Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter
http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-176.html und http://ehp.lbg.ac.at .
Comments
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Selbstbilder
Lechner 2008-11-23 08:22:43

Wer schafft die Selbstbilder der EU? Alle etwa 450 Millionen Einwohner gemeinsam? Ausgewählte Eliten - wer wählt die eigentlich aus? Dass Europa mehr ist als die EU, wird von deren führenden Repräsentanten nicht zur Kenntnis genommen.
Mein Bild von der EU steht bekanntlich in schroffem Gegensatz zu dem, wie die Repräsentanten wollen, dass die EU gesehen wird. Dazu hat im Wesentlichen die Missachtung jener Grundsätze beigetragen, die als Erkenntnisse aus der finstersten Epoche des vorigen Jahrhunderts in die Statuten der UNO eingeflossen sind, beispielsweise etwa Artikel 42 und 51 der UNO-Charta. Die Umsetzung der Option zu Kriegen ("expeditional warfare" in der Diktion des Strategiepapiers "European Defence" von 2004) ohne Mandat des UNO-Sicherheisrats in das nationale Recht der Mitgliedstaaten war oft genug von der Missachtung der geforderten Grundsätze begleitet, dass das Recht widerspruchsfrei und transparent sein müsse. In Österreich war es etwa ohne Rücksichtnahme auf das Bundesverfassungsgesetz der immerwährenden Neutralität erfolgt, in Deutschland im Widerspruch zur Festlegung des Grundgesetzes, dass die Bundeswehr nur zur Landesverteidigung eingesetzt werden dürfe.
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