| Neuerscheinung "Europa und seine 'Zigeuner' |
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Neuerscheinung "Europa
und seine 'Zigeuner' - "Gibt es denn grundsätzlich etwas Europäischeres
als die Zigeuner?" Die Forschungen greifen damit ein höchst aktuelles Thema auf, denn 2007 erfolgte der Beitritt Rumäniens zur EU. Dies trug - wie der rumänische Historiker Franz Remmel in seinem Beitrag herausarbeitet - trotz umfangreicher Maßnahmen nicht zu einer Verbesserung der Lebenslage rumänischer Roma bei, und dies obwohl, so die zum Leitgedanken des Buchs erhobene Maxime Remmels, 'Zigeuner' neben und nach den Juden eigentlich die ersten (oft allerdings unfreiwilligen) 'Paneuropäer' gewesen seien. Der Sammelband geht auf eine Tagung zurück, die das Trierer Forschungsprojekt "Fremde im eigenen Land" des Sonderforschungsbereichs 600 "Fremdheit und Armut" unter der Leitung von Prof. Herbert Uerlings im Juni 2007 zusammen mit dem Germanistiklehrstuhl von Prof. Dr. Maria Sass der Lucian-Blaga-Universität, Sibiu, im rumänischen Sibiu/Herrmannstadt veranstaltet hat. Acht Beiträge, die literarische Texte unterschiedlichster Gattungen und Provenienz untersuchen (Romane, Lyrik, Fortsetzungsromane aus Zeitungen, Schlager, expositorische Texte, Kinder- und Jugendliteratur), schlagen eine Brücke vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Trierer Germanistin Stefani Kugler etwa zeigt die zweihundertjährige Kontinuität des Phänomens der 'Zigeunerromantik' auf, die sich sowohl in der Hochliteratur des frühen 19. Jahrhunderts findet wie auch in Schlagern der 1960er Jahre (1967, Alexandra: Zigeunerjunge). Während solche romantischen Idealisierungen mehr der mehrheitsgesellschaftlichen Selbstvergegenwärtigung dienen als einer Annäherung an 'Zigeuner', ist dies bei der Untersuchung der historischen Sammlung siebenbürgischer 'Zigeuner'-Märchen, -Sagen und -Liedern durch die rumänische Literaturprofessorin Maria Sass nicht der Fall. Hier zeigt sich vielmehr, dass Literatur zur Fortschreibung bestehender Ausgrenzungen einerseits beitrug, andererseits jedoch bereits seit dem 19. Jahrhundert solche Exklusionsprozesse auch kritisierte. Gleichwohl lassen sich im Überblick, wie Herbert Uerlings es in seinem synthetisierenden Beitrag herausarbeitet, drei Formen der Stigmatisierung von 'Zigeunern' unterscheiden: religiöse, soziographische und ethnisch-biologistische bzw. ethnisch-kulturalistische. Das Buch ist als Sonderheft der Reihe "Germanistische Beiträge" im Universitätsverlag Sibiu/Hermannstadt erschienen. Kontakt und Information Prof. Dr. Herbert Uerlings Sonderforschungsbereich 600 Projektleiter C5 E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Dr. Iulia Patrut Wiss. Mitarbeiterin Projekt C5 Tel.: 0651/201-3287 E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
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