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"Academic accused of living on borrowed lines" PDF Drucken E-Mail

H. L. Handl, 10.8.2007, über einen neuerlichen Plagiatsverdacht. Mit ein paar Nachgedanken bezüglich Österreich.

 

Die reonommierte britische Zeitschrift NATURE schreibt in ihrer Ausgabe Nr. 448 über den Verdacht eines neuerlichen komplexen Plagiatsfalles, diesmal den deutschen Wirtschaftswissenschaftler hans Werner Gottinger betreffend. Die Zeitschrift äussert Sorge über das Vorherrschen von Plagiarismus: Allegations prompt fears over prevalence of plagiarism. (Der Beitrag kann online nur bezahlt glesen werden; über NATURE siehe Wikipädia )

Im STERN vom 9.8.2007 ist dazu unter anderem zu lesen: 

Ein bayerischer Wirtschaftswissenschaftler hat offenbar jahrzehntelang seine Forscherkollegen getäuscht: Hans-Werner Gottinger steht unter Verdacht, abgeschrieben und sich als Mitarbeiter von Hochschulen und Vereinigungen ausgegeben zu haben.

In der PRESSE ist am ebenfalls am 9.8.2007(online 8.8.07 ) ein ähnlicher, kürzerer Beitrag zu lesen mit dem Hinweis auf einen Österreich-Bezug: Prof. Gottinger hatte sich 1995 um das Rektorenamt an der Universität Klagenfurt beworben. Über die damalige Anhörung der Kandidaten ist von der Uni Klagenfurt im Mitteilungsblatt 27 vom 17. Mai 1995 zu lesen gewesen. 

Man stelle sich vor, der Mann wäre Rektor geworden und nun müsste die Universität konkrete Schritte setzen. Das unter einem Wissenschaftsminister, der unter einem gleichen Plagiatsverdacht steht, der immer noch nicht untersucht und ausgeräumt ist, der sogar sofort, ohne weitere Prüfung, runtergespielt wurde und dessen "Aufdecker", anders als der Student, der den Verdacht gegen Gottinger äusserte, sofort selbst als unlauter etc. verschrien wurde. Was wäre das für eine Situation?

Würde jener Student ähnliche Reaktionen, wie sie in Österreich üblich scheinen bzw. sind zu gewärtigen gehabt haben, hätte er sich getraut, den Mund aufzumachen? Would he have blown the whistle? Wohl kaum. Gut, dass es ausserhalb Österreichs noch andere Strukturen und Mechanismen gibt.

Bezüglich des Verdachts gegen Dr. Hahn liegt immer noch keine plausible Entkräftigung vor. Würde das in Holland, Grossbritannien oder den USA möglich sein? Bei Prof. Gottinger liegt der Verdacht auf Abschreiben bzw. unsaubere Assoziierung mit Forschungseinrichtungen, denen er aber nicht angehörte. Teilweise hat er sich entschuldigt bzw. versucht zu erklären. Bei Dr. Hahn geht es aber um die Dissertation und damit verbundene Doktorwürde. Eine Stufe drunter also. Deshalb anscheinend nicht so gravierend und wichtig - in Österreich zumindest. 

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